13. Januar 2012 - 15:29 Uhr
Der Computerhändler Arlt sollte vielen Computer-Freunden ein Begriff sein. Da gibt es zum einen die Kette Arlt.com, die 20 Filialen in Süddeutschland betriebt. Und neuerdings kenne ich auch einen ähnlich aufgemachten Laden in Magdeburg, der unter gleichem Namen tätig ist. Ob beide Firmen miteinander in Beziehung stehen ist mir gerade herzlich egal, ich setze in keinen dieser Läden jemals wieder einen Fuß.
Alle beide haben sich mir gegenüber so aufgeführt, dass ich zukünftig wohl nur noch bei Amazon oder vergleichbaren Versendern kaufen werde.
Zuerst war da Arlt Stuttgart, Filiale am Hauptbahnhof (ja, die, die auf Premium-Optik macht). Dort habe ich 2009 (?) einen 24″-Monitor erstanden. Am Monitor war die Kopfhörerbuchse defekt (ein Problem mit dem mechanischen Kontakt), von Anfang an. Bei meinem ersten Besuch zwecks Reklamation wurde mir in der Filiale vorgeworfen, ich hätte die Buchse selbst beschädigt (“das sieht ja so aus, als hätte man einen Kopfhörer mit Gewalt da reingedrückt”). Mein Protest hat keinerlei Reaktion erzeugt. Allerdings will man ja nicht so sein, man würde aus Kulanz-Gründen den Monitor doch reparieren lassen (möglicherweise sogar kostenfrei!), sogar für den Menschen, der hier möglicherweise gerade versucht, Arlt zu betrügen (Betrug war nicht der Wortlaut, das Gespräch kann aber so interpretiert werden). Nun gut, die Reparatur dauere rund eine Woche. Auf das angebotene 22″-Leihgerät zur Überbrückung habe ich angesichts der kurzen zu erwartenden monitorlosen Zeit verzichtet. Ja, angeboten hat man mir ein 22″-Gerät, kaputt war ein 24″-Monitor. Long story short: ich wurde so oft vertröstet, dass ich am Ende 6 Wochen lang ohne Monitor war, musste zwischenzeitlich mit dem stellvertretenden Filialleiter telefonieren (und laut werden) und durfte mich am Ende über einen Zettel freuen, auf dem stand, es handele sich hier um eine “Kulanzreparatur”. Kulanz bedeutet eigentlich, dass ein Vetragspartner dem anderen Vertragspartner ohne vertragliche Pflicht entgegenkommt. Bei Arlt ist es also offensichtlich nicht selbstverständlich, für defekt verkaufte Geräte geradezustehen. Den Kugelschreiber, den ich als “kleine Aufmerksamkeit” bekommen habe, habe ich in den Müll geworfen.
Dann gibt es da noch Arlt Magdeburg. Dort wollte ich eine neue Tastatur kaufen und meine sterbende Büro-Tastatur ersetzen. Statt dem mir gut bekannten Modell habe ich für ein anderes Modell des selben Herstellers entschieden – nachdem ich explizit gefragt habe, ob diese Tastatur ausklappbare Füßchen hat. Ja, habe sie. Hat sie aber nicht. Beim zweiten Besuch (man hat ja sonst nichts zu tun) erfahre ich dann, dass ich trotzdem falscher Beratung das Geld nicht wiedersehe. Stattdessen möglich ist nur ein Umtausch. Weil aber vor meinen Augen die letzte Tastatur meines Wunschmodells an jemand anders verkauft wurde, durfte ich am Folgetag ein drittes Mal in den Laden (man hat ja sonst nichts zu tun). Ich bin 3 Stunden nach dem Zeitraum, in dem die Ware im Laden eintreffen sollte im Laden erschienen. Nur um dann zu lernen, dass die Ware noch nicht verbucht ist und ich mir weitere 10 Minuten die Füße plattstehen darf. Gipfel dieses Zusammentreffens dann: den Differenzbetrag zwischen der teuren Tastatur, die ich nach der falschen Beratung erstanden habe und dem Wunschmodell wollte man mir nicht auszahlen. Nachdem ich (noch) etwas patziger geworden bin, ging auch das, man mache “eine Ausnahme”.
Amazon hingegen erstattet unbürokratisch. Außerdem erfährt man bei Amazon in den Reviews schon auf der ersten Seite, dass die besagte Tastatur keine Füßchen hat. Auch bei Arlt Magdeburg wird man mich nie wieder sehen. Falls ich nochmal dazu komme, elektronisches für die Arbeit anzuschaffen, werde ich Arlt nicht mehr berücksichtigen.
Für mich stellt sich Arlt (sowohl die Kette in Süddeutschland als auch der wohl locker dazu in Beziehung stehende Laden in Magdeburg) wie folgt dar: Für Arlt kaufen bei Arlt keine Kunden ein, sondern potentielle Verbrecher. Der Verkauf funktionierender Ware mit besprochenen Eigenschaften ist eine Ausnahme, keine Selbstverständlichkeit. Für eigene Fehler steht man nicht selbstverständlich gerade, sondern nur ausnahmsweise.
Noch eine kleine Amazon-Anekdote: meiner Freundin starb eine USB-Festplatte gegen Ende der zweijährigen Garantiezeit. Zu Amazon zurückgeschickt wurde die Platte einen Tag vor Ende der Zweijahresfrist. Wenig später lässt Amazon meine Freundin wissen, dass sie leider keine neue Platte bekomme, da kein vergleichbares Modell lieferbar sei – und erstatt ihr nach zwei Jahren den vollen Kaufpreis.
Möge dieser Blogpost dem einen oder anderen potentiellen Käufer ein kleiner Leitfaden bei der Wahl des richtigen Händlers sein. Und vielleicht dem Händler mit Ladengeschäft ein kleiner Denkanreiz. Warum sollte ich noch in einen Laden kommen, wenn mich Amazon und Konsorten besser beraten, dabei am Ende auch nicht langsamer liefern und sich unkomplizierter bei Problemen verhalten?